Stadt Leipzig

30 Jahre Friedliche Revolution

4. Juni 1989 – „Eine Hoffnung lernt gehen“

Der 1999 geöffnete Pleißemühlgraben vor dem Bundesverwaltungsgericht

Der 1999 geöffnete Pleißemühlgraben vor dem Bundesverwaltungsgericht

Anlässlich des Weltumwelttages am 4. Juni 1989 organisierte der Arbeitskries Weltumwelttag die Veranstaltung „Eine Hoffnung lernt gehen – Pleißepilgerweg 1989“. Der Spaziergang entlang der ursprünglichen Lebensader Leipzigs, dem 1956 verrohrten Pleißemühlgrabens, sollte die Aufmerksamkeit auf die verheerende Umweltsituation in der Stadt Leipzig lenken.

Der Marsch sollte aber auch darauf hinweisen, dass die Probleme des real existierenden Sozialismus nicht weiter unter Verschluss gehalten werden konnten. „Die Pleiße ist uns Geländer für gesellschaftliche Veränderungen“ hieß es in einer Erklärung des Vorbereitungskreises.

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Der Pilgerweg, der offiziell angemeldet worden war, wurde wenige Tage vor dem 4. Juni verboten. Die geplanten Gottesdienste fanden dennoch statt und wurden am Nachmittag von 1.000 und am Abend von 400 Personen besucht. Die Sicherheitskräfte nahmen an diesem Tag insgesamt 74 Personen fest, die meisten direkt vor dem Gebäude der SED-Bezirksleitung in der Karl-Liebknecht-Straße 145, als diese auf dem Weg von der Paul-Gerhard-Kirche in Connewitz zur Ev. Reformierten Kirche in der Innenstadt Leipzigs den „verbotenen“ Weg entlang der Pleiße gehen wollten.

Weitere Aktionen folgten. Am 11. Juni 1989 fanden zwei Umweltgottesdienste in der schwer geschundenen Braunkohleregion um Leipzig statt – einer in Deutzen, der zweite in dem Dorf Schwarzer Kater bei Börln, wo nach geheim gehaltenen Informationen ein weiteres Atomkraftwerk entstehen sollte. Einen dort geplanten Pilgerweg untersagten die Behörden ebenfalls.

Überschattet waren die Umweltaktionen von den Ereignissen in der Nacht vom 3. zum 4. Juni auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking, wo Armee-Einheiten mit Panzern einen Protest von Studenten niederwalzten. Die DDR-Berichterstattung und die SED-Führung befürworteten das Massaker an friedlichen Demonstranten. Die „Chinesische Lösung“ hing von nun an wie ein Damoklesschwert über allen weiteren öffentlichen Protestaktionen in der DDR.

Lesen Sie dazu auch die folgenden Beiträge:
Das Jahr 1989 in Leipzig

Quelle: http://herbst89.de/,

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Autor: Mirko Seidel am 6. Jun 2019 18:51, Rubrik: Stadt Leipzig, Geschichte & Geschichten, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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