Juni 2019

30 Jahre Friedliche Revolution

10. Juni 1989 – mit Musik gegen den Staat

Flugblatt zum Straßenmusikfestival am 10. Juni 1989

Flugblatt zum Straßenmusikfestival am 10. Juni 1989

Der Leipziger Theologiestudenten Jochen Läßig hatte die Idee, am 10. Juni 1989 ein Straßenmusikfestival zu veranstalten. Als Straßenmusiker in Leipzig hatte Läßig bereits mehrfach schlechte Erfahrungen mit der Staatsmacht gemacht hatte.

Straßenmusik wurde von den DDR-Behörden misstrauisch beäugt, wie alle spontanen Aktivitäten. Läßig war klar geworden, dass Straßenmusik ein Politikum war: „Das Fest sollte ein Zeichen setzen für die Perversion eines Systems, das Lebendigkeit und spontane Lebensfreude unterdrückt.“ – die Konfrontation mit dem Staat war eingeplant.
Wie zu erwarten, wurde auch diese Veranstaltung von den staatlichen Stellen verboten mit der Begründung, dass am gleichen Tag das Pressefest der Leipziger Volkszeitung, dem SED-Sprachrohr im Bezirk Leipzig, stattfindet. Konkurrenzveranstaltung wurden nicht geduldet.

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30 Jahre Friedliche Revolution

4. Juni 1989 – „Eine Hoffnung lernt gehen“

Der 1999 geöffnete Pleißemühlgraben vor dem Bundesverwaltungsgericht

Der 1999 geöffnete Pleißemühlgraben vor dem Bundesverwaltungsgericht

Anlässlich des Weltumwelttages am 4. Juni 1989 organisierte der Arbeitskries Weltumwelttag die Veranstaltung „Eine Hoffnung lernt gehen – Pleißepilgerweg 1989“. Der Spaziergang entlang der ursprünglichen Lebensader Leipzigs, dem 1956 verrohrten Pleißemühlgrabens, sollte die Aufmerksamkeit auf die verheerende Umweltsituation in der Stadt Leipzig lenken.

Der Marsch sollte aber auch darauf hinweisen, dass die Probleme des real existierenden Sozialismus nicht weiter unter Verschluss gehalten werden konnten. „Die Pleiße ist uns Geländer für gesellschaftliche Veränderungen“ hieß es in einer Erklärung des Vorbereitungskreises.

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500 Jahre Leipziger Disputation – Veranstaltungen im Jubiläumsjahr

Reformationsdenkmal Leipzig vor der Johanniskirche 1907 (1943 eingeschmolzen)

Es lässt sich im Rückblick schwer sagen, ob die Reformation anders verlaufen wäre, wenn es Leipzig, die Leipziger Disputation und die Leipziger Verleger nicht gegeben hätte. Im Juni 1519 entbrannte auf der Pleißenburg in Leipzig ein Streit, der als „Leipziger Disputation“ in die Geschichte einging.

Vor Publikum disputierten Martin Luther und Johannes Eck – Luther gegen die Institution Kirche und das Papsttum, Eck gegen den Ketzer Luther. Einen Sieger gab es nicht – jede Seite sah sich selbst als Sieger. Die Leipziger Verleger druckten die Akten der Disputation und sie druckten Luthers 95 Thesen – gegen Androhung von Strafe – und verhalfen so Luthers Lehre zu deutschlandweiter Verbreitung.

Zum 500. Jubiläum der Leipziger Disputation finden vom 5. April bis zum 25. Juni 2019 in Leipzig viele Veranstaltungen statt, die an das historische Ereignis erinnern.

Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe lädt der Verein Forum Reformation e.V. vom 5. bis 7. April 2019 zu einer Wochenendtagung in das Paulinum der Universität Leipzig ein. Das zentrale Thema „Streiten lernen mit Luther“ wird sowohl die demokratische Streitkultur unter den heutigen Herausforderungen als auch die Reformationsgeschichte im gegenwärtigen Kontext untersuchen. Kirchenhistoriker Armin Kohnle hält am 5. April einen Vortrag. Am Folgetag sprechen u.a. Eugen Drewermann, Dorothea Sattler und Friedrich Schorlemmer über aktuelle Kontroversen zwischen katholischer und evangelischer Kirche. Der Abend steht im Zeichen des Jazz. Am 7. April wird der Göttinger Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann zum bevorstehenden Jubiläum der Leipziger Disputation sprechen. Wer sich für die Teilnahme an dem dreitägigen Kongress interessiert, kann sich online anmelden. Der Tagungsbeitrag beträgt 69 Euro (inkl. Getränke und Zugang zu allen Veranstaltungen). Wer nur die Veranstaltung am Samstag von 9 bis 18.30 Uhr besuchen möchte, zahlt zehn Euro. Weitere Informationen: www.forumreformation.de/leipzig-2019/

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30 Jahre Friedliche Revolution

13. März 1989 – Demonstration zur Leipziger Frühjahrsmesse

Demonstration von Ausreisewilligen am 13.03.1989 in Leipzig

Demonstration von Ausreisewilligen am 13.03.1989 in Leipzig

Friedensgebete fanden seit 1982 immer montags in der Nikolaikirche statt. Friedensgebete waren Orte des Austauschs, des Gebets, aber auch des Protestes gegen die atomare Aufrüstung in Europa und gegen staatliche Willkür.

Ende der 1980er Jahre stiegen die Besucherzahlen zu den Friedensgebeten stark an. Gründe waren zuspitzende gesellschaftliche Auseinandersetzungen, immer weniger Möglichkeiten des freien Meinungs- und Gedankenaustauschs und ausreisewillige DDR-Bürger, denen die Kirche zu den Friedensgebeten Raum und Möglichkeiten des Treffens und Austauschs gaben.

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Architektur der Jahrhunderte in Leipzig – Historismus

Justizpalast Leipzig

Justizpalast Leipzig

Mit Gründung des Deutschen Reiches und der Industrialisierung setzt sich in Deutschland ein neuer Baustil durch, der Historismus. Rückbesinnung auf die Baukunst des Mittelalters, Renaissance, Barock, Rokoko wurden belebt und in neuer Formenvielfalt an die Fassaden gebracht. Neue Technologien und Baustoffe setzten sich durch und neue Transportmöglichkeiten verhalfen zu ihrer Verbreitung.

Die schnell anwachsende Bevölkerung brauchte Wohnraum, die Industrie brauchte Werkhallen, die Gesellschaft brauchte neue Gebäude – Kirchen, Schulen und Verwaltungsbauten. Das Zeitalter des Historismus prägt die Stadt Leipzig. Mit Erfindung der Mustermesse kam ein ganz neuer Bautypus auf – das Mustermessehaus. Ausgehend von der Schinckelschen Bauakademie in Berlin entstanden Fabrikbauten in bis dahin nicht gekannter Größe. Für Arbeiter und die Mittelschicht entstanden große Wohngebiete, die Gründerzeitviertel, die in Leipzig zu den größten und schönsten in Deutschland gehören. Der Formenmix führte um 1890 schließlich zum Eklektizismus, bei dem alles an die Fassade gebracht wurde, was zur Verfügung stand.

Ab ca. 1890 setzt sich auch der Jugendstil in Deutschland durch. Oft wurden Historismus und Jugendstil vermischt. In Leipzig hatte es der Jugendstil schwer. Die Leipziger Architekten entwickelten eine eigene Formensprache, den gemäßigten Historismus. Betonung der Vertikalen, teils monumentale Fassadengestaltungen mit Säulen und große Fensterflächen prägen die Großbauten in Leipzig ab etwa 1900.

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Architektur der Jahrhunderte in Leipzig – Klassizismus

Das Haus Großer Blumenberg am Richard-Wagner-Platz

Das Haus Großer Blumenberg am Richard-Wagner-Platz

Das Zeitalter des Klassizismus beginnt um 1760, in Deutschland etwas später. Im 18. Jahrhundert galt der Klassizismus als Gegenmodell zum Barock – Vereinfachung der Formen, Geradlinigkeit, Schlichtheit, klare Formen und eine Anlehnung an klassisch-antike Vorbilder.

Das ausklingende Zeitalter des Absolutismus, das aufstrebende Bürgertum, Bildung und Aufklärung machten nicht nur eine neue Ausdruckssprache der Architektur notwendig, sie forderten auch nach neuen Bautypen. Schulen, Museen, Theater wurden nun im neuen Stil errichtet.

Schinkelportal im Hof der Universität Leipzig

Schinkelportal im Hof der Universität Leipzig

Das Bild der Innenstadt von Leipzig wandelt sich in dieser nur wenig. Die Schrecken der Völkerschlacht 1813 wirkten noch lange nach. Ab 1830 wächst die Stadt über ihre mittelalterlichen Grenzen hinaus. Wohnungen waren Mangelware. Und so entstehen in Leipzig nur wenige Großbauten, dafür ganze Wohnviertel. Die Westvorstadt, Friedrich- und Marienstadt, die Neustadt, das Seeburgviertel und das Waldstraßenviertel seien hier genannt. Die beginnende Industrialisierung lässt auch die kleinen Dörfer vor der Stadt wachsen. Prestigebauten, die an antike Tempel erinnern, sucht man in Leipzig vergebens. Es ist eher der zurückhaltende klassizistische Wohnungsbau, der in der Stadt zu finden ist.

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Leipziger Persönlichkeiten – Adam Friedrich Oeser

Adam Friedrich Oeser, Pastell von Nicolaus Lauer, 1791, Gleimhaus Halberstadt

Adam Friedrich Oeser, Pastell von Nicolaus Lauer, 1791, Gleimhaus Halberstadt

Adam Friedrich Oeser wurde am 17. Februar 1717 in Preßburg geboren. Seine Lehre absolvierte Oeser in Preßburg bei dem Maler E. F. Kamauf, ging 1730 nach Wien in die Lehre bei Jacob van Schuppen und lernte von 1733 bis 1735 in Pressburg bei dem Bildhauer und Medailleur Georg Raphael Donner. 1739 zog Adam Friedrich Oeser nach Dresden, das Zentrum barocker Kultur in Deutschland. Dort schloss er seine Ausbildung ab und arbeite bis 1756 als Maler.

1745 heiratete er Rosine Elisabeth Hohburg. Das Ehepaar hatte acht Kinder, nur vier erreichten das Erwachsenenalter. 1754 zog Johann Joachim Winckelmann zu Oeser, um bei ihm das Zeichnen zu lernen.

1759 zog die Familie Oeser nach Leipzig. Adam Friedrich Oeser wurde 1764 erster Direktor der neu gegründeten Leipziger Zeichenakademie und wenige Tage später zum kurfürstlich-sächsischen Hofmaler ernannt. Das Amt als Akademiedirektor führte Oeser über 35 Jahren bis zu seinem Tode aus. Er hinterließ eine anerkannte Kunstakademie, die als Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) überregionalen Ruf genießt.

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Clara19 – Leipzig feiert den 200. Geburtstag von Clara Schumann

Clara Wieck im Alter von 15 Jahren

Am 13. September 1819 wurde Clara Wieck in Leipzig geboren. Friedrich Wieck, ihr Vater, war ein angesehener Klavierlehrer, galt als autoritär und streng, aber nicht ungerecht. Er legte sein ganzes Augenmerk auf die Förderung des musikalischen Talents der kleinen Clara. Er wollte sie so schnelle wie möglich als Wunderkind und Klaviervirtuosin bekannt zu machen. Claras Mutter Mariane war Sängerin und Pianistin.

Clara lernte im Alter von 8 Jahren Robert Schumann kennen, der als Zwanzigjähriger ein Jahr lang bei den Wiecks wohnte und sich von Claras Vater unterrichten ließ. Der wesentlich ältere Schumann interessierte sich zunächst nicht für das Mädchen, das sollte sich ändern. Im Alter von 16 Jahren bekam Clara den ersten Kuss von Robert. 1840 heiraten Clara und Robert in der Kirche in Schönefeld. Acht Kinder brachte die Ehe hervor.

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Architektur der Jahrhunderte in Leipzig – Barock

Romanushaus Leipzig

Romanushaus Leipzig

Barock, im 19. Jahrhundert ein Schimpfwort, bezeichnet nicht nur einen Bau- und Kunststil. Barock bezeichnet auch ein Lebensgefühl, das im 18. Jahrhundert in den Kreisen des Adels und des wohlhabenden Bürgertums von Fülle, Überschwänglichkeit und der Darstellung von Macht und Reichtum geprägt war. Nach den Schrecken des Dreißigjährigen Krieges und der Pest erholte sich das schwer gebeutelte Kurfürstentum Sachsen langsam wieder.

Die Zeit des Barocks ist in Sachsen die Zeit Kurfürst Friedrich Augusts I., genannt August der Starke. Das 18. Jahrhundert kann auch als die zweite Blütezeit Sachsens angesehen werden. Wirtschaftliche Stärke, Kunst und Kultur prägen dieses Zeitalter. Das barocke Dresden entsteht. Leipzig wird zum wichtigsten Messeplatz im Heiligen Römischen Reich.

Auch das Bild der Handelsstadt Leipzig wandelt sich in dieser Zeit. Jedoch weniger, als in der Residenzstadt Dresden. Bürgerhäuser aus der Renaissance erhalten barocke Fassade. Es entstehen etwa 20 große Handelshöfe. Prächtige öffentliche Bauten entstehen kaum. Die Alte Handelsbörse am Naschmarkt und die ehem. Ratsbibliothek am Gewandgässchen sind Bauten aus dieser Zeit.

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30 Jahre Friedliche Revolution

15. Januar 1989 – Demonstration gegen SED und Staat in Leipzig

Demonstration am 15. Januar 1989 auf dem Markt

Demonstration am 15. Januar 1989 auf dem Markt

Die Frage, wann genau der Herbst ’89 begann, ist kaum zu beantworten. Proteste gegen die SED-Diktatur und die Verhältnisse in der DDR gab es schon vor dem berühmten 9. Oktober 1989. Am 15. Januar 1989 kam es zur bis dahin größten Protestaktion seit dem 17. Juni 1953 in Leipzig.

Den Jahrestag der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg am 15. Januar 1919 nahm die SED alljährlich zum Anlass für organisierte Massenkundgebungen. 1988 kam es bei der Demonstration in Ost-Berlin zu einem Zwischenfall. SED-Gegner hatten sich in den Demonstrationszug gemischt und eigene Transparente entrollt. Zu lesen war ein Zitat von Rosa Luxemburg: „Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“. Die SED-Führung war über die Störung ihrer Prestigeveranstaltung nicht begeistert, viele der Andersdenkenden wurden festgenommen.

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100. Todestag von Karl Liebknecht

Karl Liebknecht 1910

Karl Liebknecht 1910

Mit der Industrialisierung wurde Leipzig auch Arbeiter- und Gewerkschaftsstadt. Ferdinand Lasalle und Wilhelm Liebknecht legten in Leipzig den Grundstein für die deutsche Arbeiterbewegung und die deutsche Sozialdemokratie. Karl Liebknecht, in Leipzig geboren, ist einer der Gründer der Kommunistischen Partei Deutschlands.

Am 13. August 1871 wurde Karl Liebknecht als zweiter von fünf Söhnen von Wilhelm Liebknecht und dessen Frau Natalie geboren. Wilhelm Liebknecht gehörte ab den 1860er Jahren mit August Bebel und Ferdinand Lasalle zu den Gründern der organisierten deutschen Arbeiterbewegung. Karl Liebknecht wurde in der Thomaskirche in Leipzig getauft, zu den Taufpaten gehörten Karl Marx und Friedrich Engels.

Karl Liebknecht 1890 machte an der Alten Nikolaischule in Leipzig sein Abitur und studierte an der Universität Leipzig Rechtswissenschaften und Kameralwissenschaften. 1890 zog die Familie nach Berlin, wo er sein Studium fortsetzte.

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Zum 50. Jahrestag der Sprengung der Paulinerkirche zu Leipzig

Ein Stück Leipziger Geschichte ist zurück

Das Paulinum am Augustusplatz in Leipzig

Das Paulinum am Augustusplatz in Leipzig

Am 2. Dezember 2017 war es soweit – das neue Paulinum der Leipziger Universität öffnete mit acht Jahren Verspätung seine Türen – fast 50 Jahre nach der Sprengung der alten Paulinerkirche. Ich hatte schon eine Woche vorher die Möglichkeit, das Paulinum zu besichtigen.

Es war ein eigenartiges Gefühl, vor der Tür der neuen Aula und Universitätskirche zu stehen. Genau 50 Jahre zuvor hatte die alte Paulinerkirche noch gestanden, ihr letztes Weihnachtsfest erlebt, bevor sie am 30. Mai 1968 gesprengt wurde. Nun ist der Neubau fertiggestellt. Wie wird er innen aussehen? Wird der Neubau dem Anspruch an die Geschichte des Ortes gerecht?

Ich war beeindruckt, als ich das neue Paulinum zum ersten Mal betreten habe. Ein großer, heller Raum, anmutend wie eine Kathedrale und doch modern. Das nachempfundene gotische Netzgewölbe erinnert an den alten Kirchenbau. Die modernen Glaspfeiler bringen Licht und Leichtigkeit in den Raum. Sechs Pfeiler reichen nicht bis zum Boden.

Aula der Universität Leipzig im Paulinum

Aula der Universität Leipzig im Paulinum

Ein ungewöhnlicher Anblick. Nach zwei Drittel von der Decke sind sie abgeschnitten. Das ist den Nutzungsvorgaben der Universität geschuldet, die den Raum auch quer nutzen will und zeigt, dass es sich nicht um ein traditionelles Kirchengewölbe handelt, sondern um eine nicht tragende Zutat – der Blick auf das Verlorene und der moderne Nutzungsanspruch sind hier auf außergewöhnliche Art verknüpft worden.

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Das Paulinum Leipzig – die moderne Antwort auf 800 Jahre Stadtgeschichte

Augusteum und Paulinum am Augustusplatz Leipzig

Augusteum und Paulinum am Augustusplatz Leipzig

Leipzig hat eine neue Sehenswürdigkeit – das Paulinum, die Aula und Universitätskirche am Augustusplatz. Der Ort, an dem Universität und Paulinum stehen, atmet 800 Jahre Stadtgeschichte.

Alles begann im Jahr 1217. Markgraf Dietrich von Meißen wollte verhindern, das Leipzig Freie Reichsstadt wird. Er handelt einen Kompromiss mit den Leipziger aus, hintergeht sie, reißt ihre Stadtmauer ab und lässt drei Zwingburgen errichten – eine an der Stelle, an der heute die Universität steht.

Glücklich wurde Dietrich nicht, 1221 wird er von seinem Leibarzt vergiftet, die Leipziger sollen den Arzt dazu angestiftet haben. Die Burg wurde nicht mehr gebraucht, die Familie von Wahren, der das Gelände nun gehörte, wusste auch nichts damit anzufangen und übergab es einem Orden. 1231 begann am Platz neben dem Grimmaischen Tor der Bau einer Kirche durch den Dominikanerorden. Geweiht wurde die Paulinerkirche 1240.

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Wochenend und Sonnenschein … Das Schloss Hubertusburg in Wermsdorf lädt ein zum Konzert der Sommertöne 2018

Jagdschloss Hubertusburg in Wermsdorf

Das Festival „Sommertöne“ lädt vom 3. Juni bis 24. Juni 2018 Musikliebhaber zu Konzerten in Schlösser und Kirchen in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen ein. Unter dem Motto „ „Wochenend und Sonnenschein“ schlägt die Musikreihe einen Bogen von Kammermusik zu swingenden Rhythmen.

Und nicht zuletzt sollen Musik und der Wochenendausflug ins Grüne miteinander verbunden werden. Zu den Veranstaltungsorten gehören die Schlösser in Delitzsch, Hohenprießnitz, Taucha und Wermsdorf, die Kirchen in Wachau und Frohburg sowie der Markkleeberger Lindensaal und die Julius Blüthner Pianofortefabrik in Großpösna.

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Architektur der Jahrhunderte in Leipzig – Romanik und Gotik

Nikolaikirche zu Leipzig

Nikolaikirche zu Leipzig

Das Bild der mittelalterlichen Stadt Leipzig dürfte nicht allzu spektakulär gewesen sein. Fachwerkhäuser, Lehm und Stroh. Nur wenige Steinbauten gab es in der Stadt – die Klöster, Kirchen, Burgen. Wohl erst im späten 14. Jahrhundert entstehen die ersten Bürgerhäuser aus Stein und das erste Rathaus.

Nur zwei oberirdisch sichtbare Gebäude sind aus der Zeit des Mittelalters in der Innenstadt von Leipzig erhalten geblieben – die Nikolaikirche und die Thomaskirche.

Ev. Nikolaikirche zu Leipzig

Um 1165, nachdem Leipzig durch Markgraf Otto von Meißen das Stadt- und Marktrecht verliehen wurde, beginnen die Bürger von Leipzig mit dem Bau ihrer romanischen Stadtkirche St. Nikolai. Der erste Bau mit einer zweitürmigen Fassade war kleiner, als die heutige Kirche. Im frühen 14. Jahrhundert wurden der Chor erhöht, verlängert und gewölbt und das Querhaus erhöht. Wenig später wurden die Obergeschosse des Turms oktogonal aufgeführt. Im frühen 16. Jahrhundert ist die Kirche wohl zu klein geworden. Das Kirchenschiff wird abgetragen und zwischen 1513 und 1525 eine dreischiffige gotische Hallenkirche vermutlich durch Benedikt Eisenberg gebaut. An der Stellung des fünften Pfeilerpaars lässt sich ablesen, dass wohl auch eine Verlängerung der Kirche nach Osten geplant war. War es die Zeit der Reformation oder Geldmangel, die den Umbau beendeten?

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Der Wermsdorfer Wald ist Waldgebiet des Jahres 2018

Jagdschloss Hubertusburg in Wermsdorf

Jagdschloss Hubertusburg in Wermsdorf

Der Wermsdorfer Wald, 50 Kilometer östlich von Leipzig gelegen, erhielt am 21. März 2018, dem internationalen Tag des Waldes, die Auszeichnung zum „Waldgebiet des Jahres 2018“. Damit gehört der Wermsdorfer Wald zu den schönsten Wäldern seiner Art in Deutschland. Die Auszeichnung wurde vom Bund Deutscher Forstleute (BDF) im Jagdschloss Hubertusburg in Wermsdorf verliehen.

Der Titel „Waldgebiet des Jahres 2018“ soll die Gebiete ein Jahr lang in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Im Wermsdorfer Wald sind geführte Wanderungen und Exkursionen, Ausstellungen und Angebote für Kinder geplant.

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Europäisches Kulturerbe-Siegel für die Musikstadt Leipzig

Bach-Denkmal vor der Thomaskirche in Leipzig

Am 26. März 2018 wurde der Stadt Leipzig in Plovdiv das Europäische Kulturerbe-Siegel für neun bedeutende historische Musikstätten verliehen – die Thomaskirche, die Nikolaikirche, die Alte Nikolaischule, das Bach-Archiv, die Hochschule für Musik- und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“, das Mendelssohn-Haus, das Schumann-Haus, das Verlagshaus C. F. Peters mit der Grieg-Begegnungsstätte, das Gewandhaus zu Leipzig sowie die Leipziger Notenspur.

Leipzig ist nach Wien die Stadt in Europa mit den zweitmeisten historischen Stätten, an denen Komponisten gelebt oder Musikverlage ansässig waren. Komponisten mit Weltruhm lebten in Leipzig, ihre Werke sind unverzichtbaren Bestandteil der europäischen Musikgeschichte. Leipzig hält die Erinnerung an Komponisten, wie Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Clara und Robert Schumann, Richard Wagner oder Edvard Grieg, lebendig, z.B. mit der Leipziger Notenspur.

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©2019 Stadtführungen in Leipzig & Umland – Mirko Seidel, Zertifizierter Gästeführer (IHK)
Touren, Tipps & Wanderungen per Rad, Auto und zu Fuß zu Burgen, Schlössern, Herrenhäusern, Kirchen, Industriebauten, Stadtansichten
in Leipzig, Sachsen & Mitteldeutschland
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